Warum Abstoßung biologisch erwartbar ist
Das Immunsystem ist darauf programmiert, fremde Zellmerkmale zu erkennen. HLA-Merkmale und weitere Antigene des Spenderorgans können T-Zellen und Antikörper aktivieren. Immunsuppression senkt diese Reaktion, beseitigt das immunologische „Fremdsein“ des Organs aber nicht.
Akut versus chronisch
| Form | Typischer Charakter | Folge |
|---|---|---|
| Akute zelluläre Abstoßung | Immunzellen greifen Gewebe an; häufig durch Biopsie diagnostiziert | oft behandelbar, wenn früh erkannt |
| Antikörpervermittelte Abstoßung | Antikörper gegen Spendermerkmale und Komplementaktivierung | kann intensive Therapie erfordern |
| Chronische Transplantatschädigung | langsame strukturelle und vaskuläre Veränderung über Monate/Jahre | schleichender Funktionsverlust, oft schwer reversibel |
Wie erkennt man sie?
Die Überwachung unterscheidet sich nach Organ. Bei Nieren sind Kreatinin und Filtration wichtige Marker; bei Leber Leberwerte, bei Herz Funktion und gegebenenfalls Biopsien, bei Lunge Spirometrie und weitere Untersuchungen. Ein auffälliger Laborwert bedeutet nicht automatisch Abstoßung: Infektionen, Medikamententoxizität und andere Ursachen müssen abgegrenzt werden.
Therapie
Je nach Mechanismus kommen hochdosierte Steroide, Antikörpertherapien, Anpassungen der Basisimmunsuppression oder Verfahren zur Beeinflussung von Antikörpern zum Einsatz. Ein Teil akuter Episoden lässt sich erfolgreich behandeln. Chronische Schäden sind problematischer und können langfristig zum Transplantatversagen führen.