Warum das Risiko steigt
Immunsuppressiva bremsen genau jene Zellen und Signalwege, die auch für die Abwehr von Viren, Pilzen und Bakterien benötigt werden. Hinzu kommen Operationswunden, Katheter, Krankenhauskeime und bereits im Körper vorhandene Viren, die unter Immunsuppression reaktiviert werden können.
CMV als klassisches Beispiel
Das Cytomegalievirus ist bei gesunden Erwachsenen häufig harmlos oder symptomarm. Nach Transplantation kann es dagegen schwere Erkrankungen verursachen und mit Transplantatschäden zusammenhängen. Deshalb wird der CMV-Status von Spender und Empfänger berücksichtigt; je nach Konstellation kommen antivirale Prophylaxe oder engmaschige Laborkontrollen zum Einsatz.
Das Risiko verändert sich über die Zeit
In der frühen Phase nach der Operation dominieren klassische postoperative und nosokomiale Infektionen. In den folgenden Monaten treten unter stärkerer Immunsuppression vermehrt opportunistische Infektionen auf. Später hängt das Risiko stark von der Intensität der Dauermedikation, Abstoßungsbehandlungen, Begleiterkrankungen und Expositionen ab.
Was kann der Patient selbst beeinflussen?
Impfstatus, Lebensmittelhygiene, Umgang mit Tierkot/Erde, Haut- und Zahnpflege, konsequente Medikamenteneinnahme und das frühzeitige Melden von Fieber oder anderen Infektzeichen können relevant sein. Empfehlungen unterscheiden sich je nach Organ und Zentrum.