Hirntod genau definieren
Was der irreversible Hirnfunktionsausfall medizinisch und rechtlich bedeutet.
Mehr zum Thema →Eine Organspendeentscheidung betrifft nicht nur ein Ja oder Nein. Sie setzt voraus, dass man Todesfeststellung, Diagnostik, Aufrechterhaltung der Organfunktion, Entnahmeablauf und Dokumentation auseinanderhalten kann.
In Deutschland ist vor einer postmortalen Organentnahme der endgültige, nicht behebbare Ausfall der Gesamtfunktion von Großhirn, Kleinhirn und Hirnstamm nach den dafür geltenden medizinischen Verfahrensregeln festzustellen.
Definition ausführlichVoraussetzungen, Ausschluss reversibler Ursachen, klinische Zeichen und der Nachweis der Irreversibilität bilden ein festgelegtes diagnostisches Verfahren.
Diagnostik ausführlichBeatmung und Intensivtherapie können Kreislauf und Organperfusion zeitweise aufrechterhalten. Genau diese sichtbaren Körperfunktionen machen die Situation für Angehörige schwer verständlich.
Körperfunktionen ausführlichNach geklärtem Spendewillen und Vermittlung erfolgt die operative Entnahme unter Erhalt der Organfunktion bis zum jeweiligen Entnahmeschritt.
Operation ausführlichEine Erklärung kann Zustimmung, Ablehnung, eine Beschränkung auf bestimmte Organe oder Gewebe oder die Benennung einer Vertrauensperson enthalten. Sie kann später geändert werden.
Moderne Intensivmedizin machte es möglich, Atmung und Kreislauf auch bei vollständigem Ausfall zentraler Hirnfunktionen technisch aufrechtzuerhalten. Die medizinische und rechtliche Einordnung dieser Situation entwickelte sich international seit den 1960er Jahren und wird bis heute ethisch diskutiert.
Historie und Kontroverse ausführlich