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Organspende · Entnahme

Organentnahme: Was tatsächlich geschieht

Von der festgestellten Todesdiagnose bis zur eigentlichen Entnahme liegen mehrere getrennte Entscheidungen und medizinische Schritte. Diese Seite beschreibt sie chronologisch.

1. Todesfeststellung und Zustimmung sind getrennte Voraussetzungen

Eine Organentnahme darf erst in Betracht gezogen werden, wenn die medizinischen Voraussetzungen festgestellt sind und eine wirksame Zustimmung vorliegt – derzeit entweder durch dokumentierten Willen oder, wenn dieser fehlt, nach den gesetzlichen Regeln durch die Angehörigen anhand des mutmaßlichen Willens.

2. Organerhaltende Intensivtherapie

Nach festgestelltem IHA wird der Kreislauf weiter stabilisiert, wenn eine Spende vorgesehen ist. Beatmung, Flüssigkeit, Kreislaufmedikamente und weitere Maßnahmen dienen jetzt nicht mehr einer Heilung des Verstorbenen, sondern dem Erhalt der Transplantierbarkeit der Organe.

3. Medizinische Eignungsprüfung und Vermittlung

Laborwerte, Blutgruppe, Organfunktion und Infektionsrisiken werden erhoben. Die Daten gehen an Eurotransplant. Dort erfolgt die Vermittlung nach den geltenden organbezogenen Regeln; Dringlichkeit, Erfolgsaussicht, Blutgruppen-/Gewebemerkmale, Wartezeit und logistische Faktoren spielen je nach Organ unterschiedliche Rollen.

4. Operation

Die Entnahme erfolgt in einem Operationssaal. Der Körper wird chirurgisch eröffnet und die freigegebenen, medizinisch geeigneten Organe werden präpariert. Laut BIÖG werden keine Schmerzmittel oder Narkosemittel zur Ausschaltung von Bewusstsein benötigt, weil mit dem festgestellten IHA keine bewusste Schmerzverarbeitung mehr möglich sei. Medikamente zur Muskelentspannung bzw. Unterdrückung spinaler Reflexe werden jedoch eingesetzt.

Was viele wissen wollen: Während der Entnahme können Herz und Kreislauf zunächst weiter funktionieren. Im Verlauf werden die Organstromgebiete kontrolliert unterbrochen und die Organe mit Konservierungslösung gespült und gekühlt. Bei einer Herzentnahme endet mit dem Abklemmen der großen Gefäße auch die eigenständige Herzaktivität im Körper.

5. Nach der Entnahme

Nach Abschluss der Entnahme wird der Körper chirurgisch verschlossen und für eine Bestattung übergeben. Die DSO beschreibt den würdevollen Umgang mit dem Verstorbenen als verbindlichen Bestandteil des Prozesses. Angehörige können auf Wunsch später Informationen darüber erhalten, ob und welche Transplantationen stattgefunden haben, ohne die Identität der Empfänger zu erfahren.

Zahlen: Was 2025 in Deutschland geschah

985postmortale Organspender 2025
3.020entnommene und transplantierte Organe aus postmortaler Spende
3,1Organe im Mittel je Spender
8.000+Patienten auf der aktiven Warteliste im Jahresverlauf
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