WissensreiheArtikel 14 von 19: Überleben & Lebensqualität
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Transplantation · Ergebnisse

Wie lange lebt man mit einem Transplantat?

Eine einzige Zahl wäre unseriös. Patientenüberleben, Transplantatüberleben, Organart, Alter, Grunderkrankung und Zentrum beeinflussen die Prognose. Deutsche Qualitätsdaten geben aber belastbare Orientierung.

Patientenüberleben ist nicht Transplantatüberleben

Patientenüberleben beantwortet die Frage, ob der Empfänger nach einem bestimmten Zeitraum lebt. Transplantatüberleben beschreibt, ob das transplantierte Organ noch funktioniert. Bei einer Niere kann ein Transplantat versagen, während der Patient durch Rückkehr zur Dialyse weiterlebt. Bei Herz oder Leber ist die Situation anders.

Aktuelle deutsche Qualitätsdaten

97,5 %1-Jahres-Überleben nach isolierter Nierentransplantation bei bekanntem Status (IQTIG, AJ 2025)
95,8 %2-Jahres-Überleben Niere bei bekanntem Status
83,3 %1-Jahres-Überleben Herz bei bekanntem Status
78,5 %3-Jahres-Überleben Herz bei bekanntem Status

Für Lebertransplantationen weist der IQTIG-Bundesqualitätsbericht 2025 ein 1-Jahres-Überleben von rund 86 % bei bekanntem Status aus. Diese Bundeswerte beziehen sich jeweils auf definierte Follow-up-Kohorten und sind nicht ohne Weiteres auf eine einzelne Person übertragbar.

Warum Zahlen zwischen Organen nicht direkt vergleichbar sind

Ein Patient mit terminalem Herzversagen hat eine andere Ausgangslage als jemand mit Nierenversagen, der dialysiert werden kann. Bei Lunge, Leber und Herz unterscheiden sich Erkrankungen, Altersverteilung, Dringlichkeit und Alternativtherapien stark. Selbst innerhalb derselben Organart sind Ergebnisse vom individuellen Risikoprofil abhängig.

Lebensqualität

Für viele Empfänger verbessert eine erfolgreiche Transplantation die körperliche Belastbarkeit und die Freiheit von organersetzenden Verfahren deutlich. Nierenempfänger können etwa von Dialyse unabhängig werden. Gleichzeitig bleiben Medikamenteneinnahme, Arzttermine, Infektionsvorsicht und die Sorge um Transplantatfunktion Teil des Alltags.

Die richtige Frage ist deshalb nicht nur „Wie lange lebt man?“ Sie lautet: Wie verändert sich erwartete Lebenszeit und Lebensqualität im Vergleich zur Alternative ohne Transplantation – und wie sehen diese Zahlen für meine konkrete Erkrankung, mein Alter und mein Zentrum aus?

Zentren vergleichen – mit Vorsicht

IQTIG und die Qualitätsberichte der Krankenhäuser veröffentlichen Kennzahlen. Kleine Fallzahlen können Prozentwerte stark schwanken lassen. Zudem behandeln manche Zentren besonders komplexe Fälle. Eine rohe Rangliste wäre deshalb irreführend; sinnvoller ist, Fallzahl, Spezialisierung, Risikoprofil und Nachsorgeangebot gemeinsam zu betrachten.

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