Patientenüberleben ist nicht Transplantatüberleben
Patientenüberleben beantwortet die Frage, ob der Empfänger nach einem bestimmten Zeitraum lebt. Transplantatüberleben beschreibt, ob das transplantierte Organ noch funktioniert. Bei einer Niere kann ein Transplantat versagen, während der Patient durch Rückkehr zur Dialyse weiterlebt. Bei Herz oder Leber ist die Situation anders.
Aktuelle deutsche Qualitätsdaten
Für Lebertransplantationen weist der IQTIG-Bundesqualitätsbericht 2025 ein 1-Jahres-Überleben von rund 86 % bei bekanntem Status aus. Diese Bundeswerte beziehen sich jeweils auf definierte Follow-up-Kohorten und sind nicht ohne Weiteres auf eine einzelne Person übertragbar.
Warum Zahlen zwischen Organen nicht direkt vergleichbar sind
Ein Patient mit terminalem Herzversagen hat eine andere Ausgangslage als jemand mit Nierenversagen, der dialysiert werden kann. Bei Lunge, Leber und Herz unterscheiden sich Erkrankungen, Altersverteilung, Dringlichkeit und Alternativtherapien stark. Selbst innerhalb derselben Organart sind Ergebnisse vom individuellen Risikoprofil abhängig.
Lebensqualität
Für viele Empfänger verbessert eine erfolgreiche Transplantation die körperliche Belastbarkeit und die Freiheit von organersetzenden Verfahren deutlich. Nierenempfänger können etwa von Dialyse unabhängig werden. Gleichzeitig bleiben Medikamenteneinnahme, Arzttermine, Infektionsvorsicht und die Sorge um Transplantatfunktion Teil des Alltags.
Zentren vergleichen – mit Vorsicht
IQTIG und die Qualitätsberichte der Krankenhäuser veröffentlichen Kennzahlen. Kleine Fallzahlen können Prozentwerte stark schwanken lassen. Zudem behandeln manche Zentren besonders komplexe Fälle. Eine rohe Rangliste wäre deshalb irreführend; sinnvoller ist, Fallzahl, Spezialisierung, Risikoprofil und Nachsorgeangebot gemeinsam zu betrachten.