Gesamtrisiko: im Mittel deutlich erhöht
Eine große US-Registerstudie mit 175.732 Transplantationen fand 10.656 Krebserkrankungen. Die Krebsinzidenz lag insgesamt bei rund 1.375 Fällen pro 100.000 Personenjahre; relativ zur Allgemeinbevölkerung entsprach das einem SIR von 2,10. Das heißt: In diesem historischen Datensatz trat Krebs insgesamt ungefähr doppelt so häufig auf wie statistisch erwartet.
Neuere Daten zeigen teilweise niedrigere Risiken
Eine neuere US-Auswertung für 2013–2021 fand für alle Krebsarten zusammen ein SIR von etwa 1,66. Das Risiko blieb unter anderem für Non-Hodgkin-Lymphome (3,40), Nierenkrebs (3,88) und Lungenkrebs (2,02) erhöht. Das zeigt: Risiken verändern sich mit Transplantationsmedizin, Screening und Immunsuppressionsstrategien.
Hautkrebs ist besonders wichtig
In vielen Kohorten sind nicht-melanotische Hautkrebserkrankungen besonders häufig. Eine finnische 30-Jahres-Kohorte fand insgesamt ein SIR von 3,6 einschließlich dieser Hauttumoren; ohne nicht-melanotische Hautkrebse lag es bei 2,2. Hautschutz und dermatologische Kontrollen gehören deshalb für viele Transplantierte zur Langzeitvorsorge.
Krebsmortalität
Eine 2024 veröffentlichte Metaanalyse fand bei soliden Organempfängern eine etwa 2,06-fach erhöhte Krebssterblichkeit gegenüber der Allgemeinbevölkerung; neuere Metaanalysen liegen in ähnlicher Größenordnung. Solche relativen Zahlen dürfen nicht mit dem individuellen absoluten Risiko verwechselt werden.
Was folgt daraus?
Für Empfänger bedeutet das nicht „Transplantation führt zu Krebs“. Es bedeutet: Krebsprävention und Früherkennung werden wichtiger. Dazu gehören konsequenter UV-Schutz, alters- und risikoadaptierte Vorsorge und je nach Transplantation spezifische Kontrollen.