WissensreiheArtikel 18 von 19: Politische Debatte
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Politik · Organspende

Opt-in oder Opt-out? Die aktuelle politische Debatte im Original

Die politische Streitfrage lautet, ob die postmortale Organspende weiterhin eine positive Entscheidung voraussetzt oder ob künftig ein fehlender Widerspruch genügen soll. Entscheidend sind die konkreten Gesetzentwürfe – nicht Schlagworte.

Was am 24. September 2026 beraten wurde

Der Bundestag beriet in erster Lesung zwei Gesetzentwürfe zur Widerspruchslösung – den fraktionsübergreifenden Entwurf auf BT-Drs. 21/7570 und den Bundesratsentwurf auf BT-Drs. 21/2738. Daneben lag der Antrag 21/8050 vor, der an der Freiwilligkeit festhalten und Aufklärung sowie Registrierung stärken will.

21/7570Gruppenentwurf zur Widerspruchsregelung
21/2738Gesetzentwurf des Bundesrates
21/8050Antrag zur freiwilligen Entscheidung

Was sich zwischen den Modellen ändert

Zustimmungs-/Entscheidungsmodell

Eine Organentnahme stützt sich auf eine positive Erklärung oder – bei fehlender eigener Erklärung – auf die gesetzlich geregelte Ermittlung und Entscheidung zum mutmaßlichen Willen.

Widerspruchsmodell

Grundidee ist, dass auch das Ausbleiben eines Widerspruchs rechtliche Bedeutung erhält. Die genaue Ausgestaltung hängt vom jeweiligen Entwurf ab.

Für die eigene Bewertung: Nicht nur die Etiketten vergleichen. Entscheidend sind Registrierung, Information, Rolle der Angehörigen, Ausnahmen und die Frage, wie ein Widerspruch praktisch erklärt werden kann.

Der frühere Anlauf von 2020

Eine doppelte Widerspruchslösung wurde 2020 im Bundestag abgelehnt. Die heutige Debatte knüpft politisch daran an, findet aber auf Grundlage neuer Vorlagen statt.

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